Die vier Evangelisten, Urbinas Latinus 10 – Evangeliar des Herzogs zu Urbino Federigo da Montefeltro
Federico da Montefeltro (Hrsg.)
Verlag: Belser
Erscheinungsjahr: 1989
Ort: Stuttgart
Bilder: 4 ganzseitige Faksimileabb.
Auflage:
Einband: Abb. im Passepartout in Orig.-Gewebekassette
Zustand: Limitierte u. numerierte Aufl. 1 v. 599 Exempl., hier Nr. 368. Schuberrücken an zwei Stellen etw. berieben, eine Ecke etw. bestoßen. Schuber an einigen winzigen Stellen etw. abgestaubt. Begleitbroschur leicht gebogen, sonst gut bis sehr gut erhalten.
Seiten: 4 Bl., 31 S.
Format: 2°
Artikelnummer: FK 312003
ASIN/ISBN:
Inhalt:
Artikelbeschreibung: Federico da Montefeltro (1422-1482) war der erfolgreichsten Condottieri (=ital. Söldnerführer) der Renaissance und Herzog von Urbino. Seine zweifelhafte Herkunft, konnte Montefeltro durch seinen militärischen Erfolg und dem daraus resultierenden Vermögen ausgleichen.
Als Herzog von Urbino tat er sich vor allem als Kunstmäzen hervor. Sein Hof galt bereits bei den Zeitgenossen als wichtiges Humanistisches Zentrum, so hielten sich sowohl Gelehrte, Adelige, sonder auch die führenden Künstler seiner Zeit regelmäßig am Hof von Urbino auf.
Ab den 1450er Jahren begann Federico da Montefeltro mit dem gezielten Sammeln von kostbaren Büchern, vor allem Handschriften. War eine Handschrift nicht erwerbbar, beauftragte man üblicherweise Kopisten in den damaligen Buchzentren Rom, Venedig oder Florenz.
Besonders ist, dass der Herzog nicht nur gezielt Buchhändler nach Büchern für seine Bibliothek suchen ließ, sondern in Urbino extra ein eigenes Scriptoriums (=Kopierstube für Handschriften) mit einer angeschlossenen Buchwerkstatt einrichtet.
Ein wichtiger Teil seiner Bibliothek nahmen Abschriften der Bibel ein. So ließ er zwischen 1474 und 1482 nicht nur den Text in Urbino von seinem Kopist Matteo de‘ Contugi (zuvor am Hof von Manuta und Ferrara) schreiben, sondern mindestens zwei der vier Evangelisten vom Miniaturist Guglielmo Giraldi (ebenfalls zuvor am Hof von Ferrara tätig) schaffen. Besonders ist, dass die Herstellung der Handschrift, des begleitenden Buchschmucks (etwa die Initialen) und der Miniaturen offensichtlich in enger Zusammenarbeit und Abstimmung erschaffen wurden und nicht wie damals durchaus üblich in unterschiedlichen (und teilweise räumlich getrennten) Werkstätten entstanden.




